LangholzWinterDie USA könnten wieder zu einem lukrativen Absatzmarkt für europäische Sägewerke werden. Trotz eines verstärkten Einschnitts im September und Oktober gab es bei den Seitenwaren keine Absatzengpässe. Zusammenschluss der österreichischen Binder Beteiligungs AG und der Klenk Holz AG wurde freigegeben. Die ostschweizer FSC Waldzertifizierung verliert an Boden.

Internationale Holzmärkte
Die US-Nadelschnittholz-Preise blieben trotz rückläufigem Bedarf stabil. Europäische Lieferanten lösen zurzeit rund 310 €/m3 franko Hafen Grosse-Seeregion. Das sind um 81 €/m3 mehr als im Vorjahresvergleich und ist einer der höchsten Werte seit über 10 Jahren. Falls der Dollar weiterhin stark bleibt und die Importzölle für kanadisches Schnittholz fortgesetzt werden, könnte sich dieser Trend weiter verbessern und die USA wieder zu einem lukrativen Absatzmarkt für europäische Sägewerke werden.

In den USA sind die Baugenehmigungen für den Hausbau wieder auf einem normalen Niveau angelangt. Zurzeit werden rund 1.29 Mio. Einheiten pro Jahr realisiert. In den Krisenjahren 2009 bis 2014 sank der Wert teils unter 600‘000 Einheiten.

Schwedens Nadelschnittholz Exporte betrugen von Januar bis August rund 8.44 Mio. m3. Haupt-markt ist mit 1.75 Mio. m3 weiterhin Grossbritannien. Weniger Ausfuhren gingen nach Ägypten -2%, Deutschland -8% und Dänemark -10%. Dafür steigerte Schweden die Exporte nach Holland +6% und China +22%.

Deutschland
Trotz eines verstärkten Einschnitts im September und Oktober gab es selbst bei den Seitenwaren keine Absatzengpässe. Auch das verblaute Käferholz konnte ohne Probleme am Markt abgesetzt werden. Dies ist unüblich, lässt sich aber aufgrund der neuen Absatzmöglichkeiten wie beim Brettsperrholz und dem florierenden Verpackungsmarkt erklären. Bei den BSP-Platten können mindere Qualitäten in den Mittellagen gut verwendet werden.

Österreich
Das Bundeskartellamt sowie die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde haben den Zusammenschluss der österreichischen Binder Beteiligungs AG und der Klenk Holz AG freigegeben. Mit der Klenk-Übernahme steigt die Einschnittleistung in der Binderholz-Gruppe auf jährlich über 5 Mio. fm, die Schnittholzproduktion erreicht damit gut 3 Mio. m³/Jahr. An europaweit zwölf Standorten, davon jeweils fünf in Deutschland und Österreich sowie zwei in Finnland werden rund 2‘350 Mitarbeiter beschäftigt und ein Jahresumsatz von deutlich über 900 Mio. € erwirtschaftet. Binderholz wird damit der europaweit grösste Nadelschnittholzproduzent in privater Hand.

Holzmarkt im Tiroler Nichtstaatswald
Die Preise für das Leitsortiment der Fichte sind wieder gestiegen. Für Fichten – Trämel Qualität B/C Mischpreis Stärkeklasse 2a-3b wurde 87.38 €/m³, (CHF 101.35) +2.6% bezahlt. Der Preis für das Hauptsortiment ist damit im Oktober deutlich gestiegen. Auch die Fichte Qualität CX (D) ist stark gestiegen 61.97 €/m³, +3.7%, (CHF 71.90).


Schweiz
RAIBA3 2017Welche Entwicklung ist für den Schweizerfranken absehbar? Raiffeisen rechnet damit, dass sich die Währung auf Jahressicht weiter moderat gegenüber dem Euro abschwächt. Erklären lässt sich dies mit der abnehmenden Risikoaversion der Schweizer Anleger und dem Festhalten der SNB am Negativzins, zumindest bis die Europäische Zentralbank die Zinsen anhebt. Beim aktuellen Wech-selkurs bleibt die Schweizer Währung nach wie vor überbewertet. Gemäss diversen KKP-Modellen liegt der „faire“ Wert zwischen 1.15 und 1.35.
Sollte die Instabilität der Eurozone erneut zunehmen, könnte dies das Szenario eines schwächeren Frankens infrage stellen. Nicht zuletzt ein „europafreundlicher“ Ausgang der kommenden Parlamentswahlen in Italien bleibt eine zentrale Voraussetzung. Auf längere Sicht gehört der Schweizerfranken aber auch zukünftig zu den weltweit stärksten Währungen. Erklären lässt sich dies mit dem strukturell hohen Leistungsbilanzüberschuss, der flexiblen Wirtschaft und den stabilen Insti-tutionen (2016 Haushaltsüberschuss von 0.6% des BIP, niedrige Staatsverschuldung von nur 45% des BIP) sowie der nachhaltig moderateren Inflation im Vergleich zu den Handelspartnern. Letzterer Faktor bewirkt, dass die Kaufkraftparität kontinuierlich zunimmt.


Ostschweiz
Die Ostschweizer Sägewerke sind mehrheitlich gut bis sehr gut mit Rundholz versorgt. Einzelne Betriebe haben zu hohe Lagerbestände und benötigen erst ab anfangs Jahr wieder frisches Holz.
Durch die im August angefallenen Sturm – und Käferholzmengen kam für diese Jahreszeit ausserordentlich viel Holz auf den Markt. Die Ostschweizer Sägewerke haben schnell reagiert und die Mengen laufend übernommen und zügig abgeführt. Somit konnte eine weitere Verschärfung der Käferholzsituation abgewandt werden. Aus diesem Grund sind nun die Lagerbestände bei den Betrieben teils noch sehr hoch und müssen in den nächsten Wochen und Monaten abgebaut werden. Wir gehen davon aus, dass ab Januar wieder frisches Rundholz gesucht wird.
Richtpreise10 17Die Ostschweizer Holzmarktkommission hat am 17. Oktober die Marktlage neu beurteilt. Der Schweizer Franken hat sich weiter abgeschwächt und bewegt sich zum Euro stabil in Richtung 1.17.  Eine gute Auftragslage, sowie gestiegene Schnittholzpreise zeigen eine klare Verbesserung am Markt. Von diesem Trend müssen nun auch die Waldeigentümer profitieren können. Die Gespräche mit der Holzindustrie HIS-Ost waren konstruktiv und klärend, führten aber zu keiner Einigung. Das vorhandene Rundholz-Überangebot schwächte die Waldseite zu sehr in Ihrer Position. Die Vorstellungen lagen zu weit auseinander.
Die Waldwirtschaftsverbände publizieren ihre Rundholzpreisempfehlungen nun einseitig und erhöhen diese, gegenüber den Preisen vom letzten Winter, bei Fichte und Tanne um Fr. 5.- / fm.  Das diese Forderung gerechtfertigt ist, zeigt ein Vergleich mit dem Rundholzpreis im Ausland. In stark vom Käfer- und Sturmholz geplagten Regionen wird aktuell ein sogenannter „Sturmholzpreis“ bezahlt. Dieser liegt rund 10 Euro tiefer als die letzten Frischholzpreise. Hier wird für Schadholz, Fichte Mischqualität BC, Stärkeklasse 2a-3b ein Festmeterpreis von 87 EUR bezahlt. Dies sind umgerechnet CHF 101.-/fm ab Waldstrasse. Die neuen Richtpreisempfehlungen Stand Oktober 2017 fordern einen Frischholz BC Mischpreis bei 60% B- und 40% C-Qualität beim 2b CHF 89.- und beim 3b CHF 99.-. Somit liegen die neuen Empfehlungen tiefer als die aktuellen Schadholzpreise im angrenzenden Ausland.
Die Verbände empfehlen aufgrund der hohen Lagerbestände eine möglichst strikte Zurückhaltung bei der Holznutzung. Frischholz sollte nur auf Bestellung gerüstet und zu den aktuellen Richtpreisempfehlungen der Waldwirtschaftsverbände verkauft werden.  Die aktuelle Karte Richtpreisempfehlungen Oktober 2017 finden sie auf den Webseiten der Waldwirtschaftsverbände.

Industrieholz
Die Industrieholzwerke sind gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber im Rahmen der Verträge.  Beim Schleifholzwerk Perlen Papier, sind Schleifholzlieferungen im vertraglichen Rahmen möglich. Im Export laufen die Industrieholz-Sortimente, aber auch hier sind die Mengen an Rahmenverträge gebunden.

Dringende Empfehlung

Strikte Zurückhaltung bei der Nadelholznutzung. Nur Rundholz bereitstellen, wenn eine Be-stellung vorliegt.

Rundholz nur verkaufen, wenn die Preise der Waldwirtschaft bezahlt werden.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

Laubholz frühzeitig bereitstellen und Längen nach Angaben des Käufers aushalten.

Laubholz
Angebot und Nachfrage dürfte sich beim Buchensägeholz ähnlich wie im letzten Jahr abspielen. Die Verarbeiter bitten frühzeitig mit dem Einschlag zu beginnen, aber gleichzeitig ab Februar 2018 nur noch vertraglich gesicherte Mengen zu ernten. Die Preise liegen im Bereich des Vorjahres. Seit Jahren besteht bei der Eiche ein starker Verkäufermarkt. Für die Esche wird trotz der Kalamität Preisstabilität erwartet. Um den Markt mengenmässig nicht zu überlasten, sollte bei der Holzernte mit Augenmass vorgegangen werden und nur die dringenden und geschädigten Bäume gefällt werden.

Wertholzsubmissionen St. Gallen / Thurgau
Die Wertholzverkäufe im Kanton St.Gallen und Thurgau werden koordiniert und unter dem Dach der Holzmarkt Ostschweiz AG ausgeschrieben. Der gemeinsame Ausschreibungstermin und die Vergabe ermöglichen es den Käufern, innert kurzer Zeit grössere Mengen zu erwerben, was sich schlussendlich positiv auf den Holzpreis auswirkt. Für die Ostschweizer Waldbesitzer stehen fünf Plätze in Buchs, Henau, Kaltbrunn, Güttingen und Neuwilen zur Verfügung.
Die Stämme müssen bis Ende Januar bereitgestellt werden. Ihr Revierförster gibt Ihnen gerne Auskunft darüber und organisiert den Transport auf einen der Plätze.
 
Termine für die Plätze Henau, Buchs, Kaltbrunn, Güttingen und Neuwilen
Letzter Tag für die Holzanfuhr ist der                                            06. Februar 2018
Versand Offertlisten und Bereitstellung auf der Webseite           16. Februar 2018
Frist für Offerteingabe an die Verkaufsleitung    04. März     2018


Qualitäten und Baumarten für die Wertholzverkäufe:
Guten Absatz finden die Baumarten Eiche und Ulme. Der Ahorn ist vor allem in den Furnierqualitäten gut verkäuflich. Auch Nussbäume, sowie sämtliche Obstbaumarten sind gesucht. Der Kirschbaum wird wenig nachgefragt. Beim Nadelholz sind die seltenen Hölzer wie Lärche und Föhre begehrt. Bei der Fichte und Tanne finden vor allem die Spitzenqualitäten guten Absatz. Die Esche wird eher begrenzt laufen, da am Markt ein grösseres Überangebot besteht.


FSC Waldzertifizierung verliert an Boden
Die Waldzertifizierungsgruppe Ostschweiz (WZGO) betreut die Kantone St. Gallen, Thurgau, beide Appenzell und das Fürstentum Liechtenstein. Sie führt die internen Audits durch, informiert und berät die Waldwirtschaftsverbände zum Thema Waldzertifizierung. Ende Oktober 2018 läuft das FSC-Zertifikat aus. Der neue, in Vernehmlassung befindliche FSC‐Standard, hohe Auditkosten und die schwindende Akzeptanz gegenüber dem FSC‐Label veranlassten die WZGO einen Marschhalt einzulegen. Es wurde zurückgeblickt und ein kritischer Blick in die Zukunft gemacht, mit oder ohne FSC‐Label. Dazu wurde am 13. Juni 2017 in Gossau eine Informationsveranstaltung durchgeführt. Eingeladen waren sämtliche Interessenvertreter aus den Branchen Sägereien, Handel, Umweltverbände, Forstdienst, Forstpersonal, Forstunternehmer, FSC Schweiz und Auditfirma IMO. Das Interesse war gross, denn es konnten 60 Teilnehmer begrüsst werden. Das Fazit ging in Richtung Zertifizierungs-Weiterführung, aber auf minimaler Stufe.
Die Mitglieder haben an der Generalversammlung von Wald St.Gallen & Liechtenstein am 3. November 2017 dem Antrag des Vorstandes zugestimmt. Im Laufe des Jahres 2018 wird eine Minimalvariante umgesetzt. Teilnehmen sollen nur noch öffentliche Waldeigentümer mit eigenem Forstbetrieb. Die Wälder der Privatwaldbesitzer werden künftig kein FSC-Label mehr tragen. Dies hat Folgen auf das Angebot von FSC-Holz. Mit der geplanten Reduzierung, wird das Angebot um rund 60% reduziert. Die Mengen genügen aber immer noch für die ostschweizer Sägewerke. Es gibt aktuell nur noch eine Handvoll Betriebe mit einem gültigen FSC Label. Die Gesamtkosten für die WZGO-Gruppe in der fünf Jahresperiode 2018-2022 belaufen sich auf rund Fr. 140'000. Daraus resultiert ein errechneter Beitrag von 80-90 Rappen pro Hektare und Jahr, welcher jeweils vom teilnehmenden Waldeigentümer zu leisten sein wird.

Kontakt

Tel:      071 375 60 90
Fax:     071 375 60 99
e-Mail: info@holzmarkt-ostschweiz.ch

 

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