KaeferholzDas sturm- und käferbedingte Rundholzangebot ist derzeit das Hauptthema am Markt. Sägewerke beurteilen die steigenden Nadelschnittholzpreise als äusserst positiv. Die jüngste Abschwächung des Frankens wirkt sich positiv auf die Wirtschaft aus. Indust-rieholzwerke sind gut mit Rohstoff versorgt, Lieferungen laufen planmässig. Seit Jahren besteht bei der Eiche ein starker Verkäufermarkt.

 


Internationale Holzmärkte
Gemäss Holzkurier haben die polnischen Staatsforste ihre Informationen über die Sturmkatastrophe vom 11. August etwas präzisiert. Es wurden 22.300 ha Waldfläche teils flächig geworfen oder geknickt. Diese Fläche verteilt sich primär auf die Förstereien Kujawsko-Pomorskie (8000 ha und 1,1 Mio. Fm), Pommern (14.300. ha und 2,5 Mio. Fm). In einer Forstverwaltung in Pommern (Lipusz) wurden 95 % der Bäume geknickt. Forststrassen sind gegenwärtig unpassierbar. Durch Befliegungen soll sich ein klareres Bild ergeben. Aktuell wird von einem Schadholzanfall von über 10 Mio. fm ausgegangen.

Nach geringen Veränderungen in den Vergleichszeiträumen 2015 und 2016 sind die US-amerikanischen Laubholzexporte nach China und Südostasien im ersten Halbjahr stark gestiegen. Gemäss einem Marktbericht hat sich der Gesamtwert der US-amerikanischen Laubholzexporte im Vorjahresvergleich um 10,5% auf 1.98 Mrd. US$ erhöht.

Mit einem Erlass hat das tschechische Ministerium für Landwirtschaft am vergangenen Freitag den Frischholzeinschlag von Fichte und Kiefer landesweit gestoppt. Darunter fallen auch sämtliche nicht staatlichen Waldflächen. Grund für diesen Entscheid dürften die enormen Käferholzmengen sein, welche seit dem Sommer anfallen. Zudem wurde auch Tschechien nicht von den August-Stürmen verschont, wobei die Mengen bei weitem nicht so dramatisch sind wie in Polen.

Deutschland
Das sturm- und käferbedingte Rundholzangebot ist derzeit das Hauptthema am Markt. Die trockene und warme Witterung im ersten Halbjahr, hat ab Juli zu einem hohen Aufkommen von Käferholz geführt. Speziell betroffen sind die Gebiete, welche im 2015 durch den Sturm Niklas beschädigt wurden. Eine ganz normale Situation, den immer nach Sturmereignissen steigen die Schadholzanfälle für 3-4 Jahre an. Im August sind mehrere Gewitterstürme über Europa gefegt und haben teils in denselben Gebieten zu weiteren Schäden geführt.
Am 18. August hat ein schweres Unwetter nach Schätzungen mindestens 2 Mio. fm Schadholz in Bayerns Wälder verursacht. Mehr als 90% davon entfallen nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums auf die beiden niederbayrischen Landkreise Passau und Freyung-Grafenau. Die betroffenen Waldverbände und die Bayrischen Staatsforste haben umgehend reagiert und teils einen Einschlagstopp für Frischholz verfügt, welcher vorerst bis Ende November gilt.
Die bayrische Staatsregierung hat am 5. September ein umfassendes Massnahmenpaket für die betroffenen Waldbesitzer im Schadengebiet genehmigt. Darin enthalten sind Räumungszuschüsse von bis zu 6‘000 Euro/ha., steuerliche Vergünstigungen, die Aufhebung zeitlicher Fahrverbote sowie eine Tonnagen Erhöhung von 40 auf 44 Tonnen für die Holztransporte.

Das ehemalige Klauser Sägewerk in Friesau, welches im Frühjahr 2017 von der US-amerikanischen Mercer-Gruppe übernommen wurde, läuft bereits wieder im Zweischichtbetrieb. Es gelang der Einkaufsorganisation bereits nach fünf Wochen die Versorgung sicherzustellen. Aktuell werden täglich 5000 fm angeliefert. Der Einschnitt wird mit 1.25 Mio. fm /Jahr beziffert. Mercer prüft nun weitere Investitionen im Sägewerk Friesau, um die Einschnittmenge zu erhöhen. Man sieht genügend Luft nach oben. Dies dürfte auch Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten der umliegenden Sägewerke haben. Diese werden sich vermehrt in Richtung Nordbayern orientieren.

Die Situation der Nadelholzsägewerke war aufgrund der kontinuierlich steigenden Preise beim Na-delschnittholz als äusserst positiv zu beurteilen. Die produzierte Ware erzielte im Durchschnitt die höchsten Werte der letzten Jahre. Bei den Laubholz verarbeitenden Betrieben war trotz der erneut gestiegenen Preise für den Seetransport eine positive Stimmung zu spüren. Die stetig rege Nachfrage nach Eichen– aber auch Buchenschnittholz bei leicht steigenden Preisen, sorgte bei vielen Betrieben für einen erhöhten Einschnitt.

Österreich
Die aktuelle Holzmarktlage ist durch Kalamitätsereignisse in Österreich und in den für den österreichischen Holzmarkt relevanten Nachbarländern geprägt. Zahlreiche Gewitterstürme haben Ende der zweiten Augustwoche vor allem in Kärnten aber auch im Ennstal zu Windwurf- und Windbruchschäden geführt. Seit Anfang August ist auch der Anfall an Käferholz sprunghaft gestiegen. Dies betrifft primär das Mühl- und Innviertel, den oberösterreichischen Zentralraum und das Waldviertel. In den betroffenen Hauptschadensgebieten fällt aktuell mehr Holz an, als abtranspor-tiert werden kann. In nahezu allen Bundesländern allen voran Tirol- ist zudem der starke Importdruck aus Bayern, Tschechien und Slowenien spürbar, wo sich ebenfalls die ausgeprägten Niederschlagsdefizite negativ auswirken.

Nach 15 Jahren erfolgreicher Holzinformation in Italien stellen die österreichischen und italienischen Verbände die Initiative promo legno auf neue finanzielle Beine. Österreichische Exporteure und Italienische Importeure zahlen neu jeweils pro verkauften Kubik Leimholz-Produkte 50 Cent in eine gemeinsame Kasse ein. Ziel der Initiative ist es mit gezielten Werbemassnahmen, bei relativ bescheidenem Wachstum des Bausektors die Anteile des Holzbaus schrittweise auszubauen. Mittelfristig soll ein Anteil von Holz am Wohnbau, von derzeit 7% auf 10% erhöht werden.

Schweiz
RAIBA04 17Aus Sicht der Banken hat der Euro wohl einen zu rasanten Aufschwung hinter sich. Sein Anstieg ist für die Europäische Zentralbank (EZB) problematisch, denn er untergräbt das Ziel einer Teuerung von rund 2 Prozent im Euroraum. Sollten sich die Frankfurter Währungshüter besorgt zeigen und «verbal» intervenieren, dürfte die europäische Einheitswährung korrigieren. Längerfristig sollte der Euro aber weiter aufwerten, da in der Eurozone die Konjunkturerholung auf soliden Füssen steht und die EZB ihre sehr lockere Geldpolitik bald aufgeben dürfte. Die Schweizerische Nationalbank dürfte sich in diesem Fall beruhigt zurücklehnen und erst später an der Zinsschraube drehen. Dies aus einem einfachen Grund: Steigen die Zinsen in der Eurozone schneller an als in der Schweiz, sollte der Schweizer Franken gegenüber dem Euro abwerten. Die jüngste Eurobewegung bringt zumindest etwas Entlastung für die Schweizer Wirtschaft. EUR/CHF hat den Sprung auf über 1.14 geschafft. Ein Wert, der seit der Aufhebung der Eurountergrenze im Januar 2015 nicht mehr erreicht wurde. Der schwächere Franken ist vor allem auch ein Spiegel der aufgehellten Konjunktur in der Eurozone, was für die Schweizer Exportwirtschaft noch bedeutender ist als die Frankenbewertung per se.

Ostschweiz
Die Ostschweizer Betriebe schätzen die Auftragslage als gut ein und der abgeschwächte Franken macht sich spürbar. Sämtliches Käfer- und Schadholz, welches in den letzten Wochen und Monaten angefallen ist, konnte laufend übernommen werden. Die reibungslose und schnelle Abfuhr half stark dazu bei, dass eine weitere Verschärfung der Borkenkäfersituation gebannt werden konnte. Das eher kühle und nasse Wetter trägt auch dazu bei. Viele Betriebe haben ihr gelagertes Rundholz zurückgestellt und frisches Käferholz verarbeitet. Durch dies sind die Lagerbestände bei den Sägewerken teils stark angestiegen. Nun wird es notwendig sein, die Frischholzlieferungen so zu steuern, dass zuerst die Lagermengen abgebaut werden können. Ab November dürfte der Frischholzbedarf wieder stark ansteigen. Frischholz wird zurzeit vorwiegend zu den bestehenden Preisen übernommen. Die Schweizer Holzmarktkommission wird die Lage Mitte Oktober neu beurteilen. Falls der abgeschwächte Franken hält, wird die Forderung der Waldseite für höhere Rundholzprei-se mehr als legitimiert. Die Holzmarktkommission hat bereits am 27. Juni einer generellen Erhöhung der Preise um 3 Franken zugestimmt.
Seit dem Frühjahr steigen aufgrund der guten Auftragslage die Schnittholzpreise in ganz Mitteleuropa an. In der Schweiz haben sich die Schnittholzimporte aufgrund der Währung zusätzlich verteuert. Dies ist ein weiterer positiver Effekt.
Der Produzenten- und Importpreisindex des eidgenössischen Statistikamtes zeigt für die Produktgruppe 16. Holzprodukte, seit April 2017 (101.7%) erstmal wieder einen deutlichen Anstieg der Preise. Im August wurde dieser Wert stark erhöht und erreicht nun 105.4%.

Betrachtet man zum Vergleich die neuesten Zahlen des Produzentenpreisindexes Mai und Juni (siehe Tabelle), zeigt der inländische Schnittholzpreisindex, seit Aufhebung des EUR-CHF Mindestkurses, nur eine geringe Erholung. Dies ist ein Indiz, dass sich die inländischen Schnittholzproduzenten schwertun und sich die Preise nur langsam erhöhen lassen. Aber auch hier hilft die neueste Abschwächung der Währung klar mit.

BFSStatistik2017

 

Der zur Bauwerk Boen Group gehörende Schweizer Parketthersteller Bauwerk will auch in Zukunft einen Grossteil seines Sortiments am Hauptsitz in St. Margrethen produzieren. Dies hat das Unternehmen im Rahmen einer Pressekonferenz mitte August bekräftigt. Zuletzt wurden 67 % des Bauwerk-Sortiments an diesem Standort gefertigt und auch in Zukunft soll diese Grössenordung beibehalten werden. Bauwerk verfügt in dem Werk über Anlagentechnik zum Verleimen und Verpressen sowie zur Oberflächenbehandlung, Profilierung und Endkontrolle. Darüber hinaus soll St. Margrethen weiterhin Sitz der Gruppen-Geschäftsleitung und der Forschungs- und Entwicklungs-abteilung bleiben. Seit 2016 hat Bauwerk rund 8 Mio sfr am Standort St. Margrethen investiert, wobei ein Grossteil davon in die Produktentwicklung geflossen ist.

Industrieholz
Die Industrieholzwerke sind gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber im Rahmen der Verträge.  Beim Schleifholzwerk Perlen Papier, sind Schleifholzlieferungen im vertraglichen Rahmen möglich. Im Export laufen die Industrieholz-Sortimente, aber auch hier sind die Mengen an Rahmenverträge gebunden.

dringende empfehlung

Unbedingt  intensive  Kontrolle  der Fichtenbestände.  Befallene Käferbäume sofort fällen und vermarkten.

Frischholzschläge  nur beginnen, wenn die Preise und rasche Übernahme gesichert sind.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

Laubholz frühzeitig bereitstellen und Längen nach Angaben des Käufers aushalten.


Laubholz
Angebot und Nachfrage dürfte sich beim Buchensägeholz ähnlich wie im letzten Jahr abspielen. Die Verarbeiter bitten frühzeitig mit dem Einschlag zu beginnen, aber gleichzeitig ab Februar 2018 nur noch vertraglich gesicherte Mengen zu ernten. Die Preise werden im Bereich des Vorjahres erwartet. Seit Jahren besteht bei der Eiche ein starker Verkäufermarkt. Ein Ende ist nicht abzusehen. Der Preis der Werthölzer wird durch die Submissionen bestimmt. Ob die Markt- und Preisbestimmenden Fussbodensortimente der Eiche preislich gesteigert werden können oder ob Marktanteile an die amerikanische Eiche verloren gehen, wird unterschiedlich gewertet.  Für die Esche wird trotz der Kalamität Preisstabilität erwartet. Um den Markt mengenmässig nicht zu überlasten, sollte bei der Holzernte mit Augenmass vorgegangen werden und nur die dringenden und geschädigten Bäume gefällt werden. Die übrigen Laubbaumarten, z.B. Kirsche, Erle, Bergahorn, sollten nur in ausgewählten Exemplaren geerntet werden.

Kontakt

Tel:      071 375 60 90
Fax:     071 375 60 99
e-Mail: info@holzmarkt-ostschweiz.ch

 

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