WinterpolterRusslands jährlicher Holzzuwachs wird gemäss Forstbehörde auf 994 Mio. fm beziffert. Der Preis für das Tiroler Leitsortiment Fichte B/C bleibt stabil. Die Schwerverkehrsabgabe (LSVA) wurde per 01. Januar 2017 erhöht. Transportpreise steigen um rund 2%. Die langanhaltende kalte Witterung beschert den Waldeigentümern optimale Bedingungen für die Holzernte.

 

Internationale Holzmärkte
Für die europäische Holzindustrie sind die nordafrikanischen Staaten und der arabische Raum wichtige Absatzmärkte für deren Schnittholzprodukte. Die sogenannten Levante-Staaten (Ägypten, Saudi-Arabien, Algerien, Marokko, Israel, Vereinigte Arabische Emirate, Iran und Tunesien) importierten von Januar bis September 2016 mehr als 10 Mio. Festmeter Nadelschnittholz. Finnland löst mit 2.3 Mio. fm Russland und Schweden als grösste Lieferanten ab und verstösst diese auf Platz 2 und 3. Aber auch Österreich mit 674‘000 fm und Deutschland mit 588‘000 fm gehören zu den Top 6. Vermehrt drängen auch Exporteure aus Überseeländern wie Kanada und Chile auf diese Märkte. Der tiefe Ölpreis und die zum Teil instabile politische Lage in bestimmten Ländern, führen zu Liquiditätsproblemen und drücken auf die Absatzmöglichkeiten. Der Kampf um Marktanteile steigt enorm.

Der jährliche Holzzuwachs in Russland wird gemäss Forstbehörde mit 994 Mio. fm beziffert.  Das nutzbare Potenzial wird auf 700 Mio. fm pro Jahr geschätzt, wobei der effektive Holzeinschlag im 2014 bei circa 202 Mio. fm lag. Die seit Jahren steigenden Erntevolumen bringen aber in einigen Regionen auch Probleme mit sich. Es fehlt an geeignetem Pflanzmaterial und die Aufforstungsflächen können den Erntevolumen nicht mithalten. Im Jahr 2016 wurden 781‘000 ha aufgeforstet.

Deutschland
Wie aus vorläufigen DESTATIS Daten hervorgeht, setzte die deutsche Holzindustrie von Januar bis No-vember 2016 3.93 Mrd. Euro um. Damit stieg der Branchenumsatz in den ersten 11 Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3%.


HessenForst führte am 20.1.2017 erstmals eine Industrie- und Brennholzsubmission durch. Am 26.1.2017 erfolgten die Zuschläge durch die staatlichen Forstbetriebe und die beteiligten Waldbesitzer. Die von HessenForst und den beteiligten Waldbesitzern angebotene Menge umfasste etwa 54‘700 fm und 14‘100 Rm in 384 Losen. Etwa 2/3 der Menge stammte aus dem Staatswald, etwa 1/3 aus dem Kommunal- und Privatwald. Die Spanne der angenommenen Gebote reichte von 5,00 €/fm im Weich-laubholz bis 58,64 €/fm in der Buche/Hartlaubholz. Eindeutige Trends lassen sich aus den Ergebnissen dieser ersten Brennholz-Submission nicht ableiten, da das Angebot sehr heterogen war und ein Vergleich bisher fehlt.

Österreich
Der Preis für das Leitsortiment Fichte Qualität B/C Stärkeklasse 2a-3b ist im Dezember stabil geblieben. Der Durchschnittspreis im Tirol liegt somit bei 91.73 € pro fm (CHF 98.15.-). Bei durchwegs hohem Einschnitt sind die Sägewerke in Österreich weiterhin gut mit Nadelsägerundholz bevorratet. Das Kalamitätsholzaufkommen ist stark rückläufig, weshalb die Nachfrage vor allem nach frischen Qualitäten gut ist. Alle Standorte sind ausreichend aufnahmefähig, die Holzabfuhr aus dem Wald erfolgt dort wo es die Strassenverhältnisse zulassen zügig. Die traditionellen Revisionsstillstände über die Weihnachtstage vielen kürzer aus als in den Vorjahren.

Schweiz

Weitere Erholung trotz starkem Franken
Raiba 01 17Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte im dritten Quartal gegenüber Vorquartal. Der private Konsum, der über die Hälfte des BIP ausmacht, ist ebenfalls nicht vom Fleck gekommen. Dagegen konnten die privaten Anlageinvestitionen um 0.5% zulegen. Der Aussenhandel trug deutlich zum BIP-Wachstum bei, wobei jedoch die Importe stark schrumpften während die Exporte stagnierten.

Industrie widersteht starkem Franken
Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung, dass das Verarbeitende Gewerbe am meisten unter dem starken Franken leidet, konnte sich dieses mit am besten behaupten. In Zukunft sollte sich dieser Trend fortsetzen. In diese Richtung deutet der Einkaufsmanagerindex, der im November auf den höchsten Wert seit Februar 2014 angestiegen ist. Allerdings bleibt der Ausblick in den verschiedenen Sektoren sehr heterogen. Während der Pharmasektor weiter boomt, leidet die Uhrenindustrie vor allem unter der stark gesunkenen Nachfrage aus China.

Privater Konsum: Erholung nach Durststrecke
Beim privaten Konsum erwarten wir eine leichte Erholung, nachdem dieser im zweiten und dritten Quartal stagniert hat. In diese Richtung deuten die realen Detailhandelsumsätze, die sich in den Monaten September und Oktober nach einer langen Durststrecke stabilisieren konnten. Für 2017 erwarten wir für die Schweiz ein Wirtschaftswachstum von knapp 1½%. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in der Schweiz das Bevölkerungswachstum auf 0.7% zurückgegangen ist. Geht man von einem Produktivitätswachstum von 0.5% aus, dann kommt man auf ein langfristiges Wachstumspotenzial der helvetischen Wirtschaft von 1.2%.

LSVA-Erhöhung per 01. Januar 2017
Der Bundesrat hat beschlossen, die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) per 01. Januar 2017 anzupassen.  Dies im Hinblick auf die Eröffnung des Gotthard Basis Tunnels und einer expansiven Verlagerungspolitik des Transit-Verkehrs von der Strasse auf die Schiene.  Es gibt keine generelle Erhöhung der Ansätze, sondern eine Abklassierung von EURO-Normen in tiefere Abgabekategorien. Die höheren LSVA-Kosten wirken sich je nach Fahrzeugtyp und Einsatz unterschiedlich auf die Transportkosten aus. So werden die Fahrzeuge der EURO Abgasnormen 3, 4 und 5 zukünftig in die jeweils teurere Abgabenkategorie eingestuft. Weiter entfällt der bisherige Rabatt von 10 Prozent auf den Tarif der EURO Klasse 6. Berechnungen zeigen, dass die Transportpreise aufgrund der neuen LSVA um 2% steigen. Dies bedeutet für den Holztransport eine Erhöhung von 35 bis 50 Rappen pro Festmeter, je nach Transportdistanz.

Holzmarktkommission Schweiz
Die Schweizer Holzmarktkommission hat sich am 25. Januar 2017 getroffen und folgende Medienmit-teilung herausgegeben.

Holzernte auf Touren, Preise unverändert
HMK Preise2016 17Die Holzmarktkommission hat am 25. Januar die Lage analysiert und erfreut festgestellt, dass die kalten Temperaturen nicht nur vorteilhaft für die Ausführung der Holzernte sind, sondern auch viele Heiztage bringen, die den Energieholzabsatz fördern. Negativ ist der Aufschlag der LSVA, der die Holz-Transporte weiter verteuert.

Die gute Witterung motiviert jetzt auch den Privatwald zur Holzernte. Die Versorgung der Sägewerke ist gut und der Absatz stabil, weil die Sägewerke mehrheitlich gut ausgelastet sind. Die Marktpartner haben mit Blick auf die in den kommenden Monaten bestimmenden Faktoren beschlossen, die Preis-empfehlungen vom vergangenen September unverändert beizubehalten.
 
Die Margen- und Ertrags-Situation bleibt aber mit dem aktuellen CHF/EUR-Kurs, der deutlich unter 1.15 liegt, weiterhin stark angespannt. Und die hohen Transportkosten, welche die Branche mit politischen Vorstössen vor 2 Jahren senken wollte, sind mit der LSVA-Erhöhung am 1. Januar gar noch einmal gestiegen. Leider ist es den Konsumenten kaum bewusst, dass gerade solche Abgaben bis zu ihm überwälzt gehören und nicht in der Produktionskette hängenbleiben dürfen.
 
Lichtblick Holzenergie
Endlich hält die Winterkälte über Wochen an, und sie ist gar besonders ausgeprägt. Der Bedarf an Energieholz und Pellets ist massiv gestiegen. Waldbesitzer und Forstunternehmer können nun auch ältere Hackholzhaufen im Wald aufarbeiten. Und die gestiegene Pellets-nachfrage (und –kapazität) ruft nach mehr Sägespänen. Das entspannt auch die immer wie-der auftretenden Absatzengpässe beim Industrie- und Restholz. Überschattet wird die Holzenergie von drohenden massiven Kosten-steigerungen bei der Asche-Entsorgung. Die neue Verordnung über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen (VVEA) steht vor der Umsetzung in den Kantonen. Holzenergie Schweiz setzt sich beim BAFU für pragmatische Lösungen ein.

Lichtblick Schweizer Holz
Als wichtigste Massnahme gegen die Währungsnachteile investieren Waldbesitzer und Holz-verarbeiter in die Promotion von Schweizer Holz. Und die Nachfrage nach Schweizer Holz nimmt seit 1-2 Jahren in der Tat spürbar zu. Mit der zusätzlichen Kampagne #woodvetia von BAFU und Branche, plus den „Tagen des Schweizer Holzes“ am 15./16. September wird das Interesse an Schweizer Holz noch starken zusätzlichen Schub erhalten. Die Enthüllung von berühmten Schweizerinnen und Schweizern als Holzfiguren wird laufend für positive Schlagzeilen sorgen. Die „Tage des Schweizer Holzes“ werden dem breiten Publikum in 25-30 regionalen Beispielen zeigen, was Waldbesitzer, Forstunternehmer, Sägewerke, Holzbauer und andere Verarbeiter zu bieten haben. Die Betriebe und regionalen Organisationen engagieren sich stark und ergänzen die Kampagne auf sehr wertvolle Weise mit ihrem lokalen Beispiel, mit Echtheit und Überzeugungskraft.

Ostschweiz
Die langanhaltende kalte Witterung beschert den Waldeigentümern optimale Bedingungen für die Holzernte. Regionale Sägewerke verfügen über eine gute Auftragslage und sind mit der Bevorratung mehrheitlich zufrieden. Aufgrund der tiefen Temperaturen laufen die Maschinen der Sägewerke aber etwas reduziert, um Schäden zu vermeiden.
Die Energieholzvorräte nehmen schnell ab und das bereitgestellte Rundholz kann laufend abgeführt werden, soweit dies die Strassenverhältnisse zulassen. In den nächsten Wochen geht es nun darum an geeigneten Lagerplätzen Rundholzlager aufzubauen, um die Versorgung der Sägewerke bis zum Sommer hin zu sichern.

Industrieholz
Die Industrieholzwerke sind mehr als gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber im Rahmen der Verträge.  Beim einzigen Schleifholzwerk, der Perlen Papier, sind Schleifholzlieferungen nur bedingt möglich. Die Export Industrieholz-Sortimente laufen, aber auch hier sind die Mengen an Rahmenverträge gebunden. Zurzeit läuft die Nachfrage nach Brennholzsortimenten zufriedenstellend.

Insgesamt herrscht in ganz Mitteleuropa ein Überangebot an Industrie und Energieholz. Diese Situation ist auf drei Faktoren zurückzuführen, welche sich nun kumulieren. 1. Die Übermengen an  Energieholz vom letzten Winter sind immer noch nicht ganz abgebaut. Die Nachfrage nach Buchen und Eichen in mittlerer bis guter Qualität ist sehr hoch. Pollmeier hat seine Buchenlager bereits wieder voll. Eichen lösen in Frankreich Rekordpreise und die Nachfrage kann kaum gestillt werden. Hier fallen aber auch grosse Mengen an Industrieholzsortimenten an, die nun vermarktet werden müssen. Als 3. Punkt be-lasten die Restholzprodukte der Sägewerke den Markt zusätzlich, da die Produktionen oft zweischichtig gefahren werden und der D-Holz Absatz und schlechte Qualitäten kaum abzusetzen sind.

dringende Empfehlung

Laubholz frühzeitig bereitstellen und Längen nach Angaben des Käufers aushalten.

Nadelholz nach Schwach- und Starkholz sauber trennen und gesondert verkaufen.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

Wertholzsubmissionen St. Gallen / Thurgau
Die Wertholzverkäufe im Kanton St.Gallen und Thurgau werden koordiniert und unter dem Dach der Holzmarkt Ostschweiz AG ausgeschrieben. Der gemeinsame Ausschreibungstermin und die Vergabe ermöglichen es den Käufern, innert kurzer Zeit grössere Mengen zu erwerben, was sich schlussendlich positiv auf den Holzpreis auswirkt. Für die Ostschweizer Waldbesitzer stehen fünf Plätze in Buchs, Henau, Kaltbrunn, Güttingen und Neuwilen zur Verfügung.
Die Stämme müssen bis Ende Januar bereitgestellt werden. Ihr Revierförster gibt Ihnen gerne Auskunft darüber und organisiert den Transport auf einen der Plätze.
 
Termine für die Plätze Henau, Buchs, Kaltbrunn, Güttingen und Neuwilen
Letzter Tag für die Holzanfuhr ist der                                     07. Februar 2017
Versand Offertlisten und Bereitstellung auf der Webseite     17. Februar 2017
Frist für Offerteingabe an die Verkaufsleitung                       06. März     2017

Qualitäten und Baumarten für die Wertholzverkäufe:
Guten Absatz finden die Baumarten Eiche und Ulme. Der Ahorn ist vor allem in den Furnierqualitäten gut verkäuflich. Auch Nussbäume, sowie sämtliche Obstbaumarten sind gesucht. Der Kirschbaum wird wenig nachgefragt. Beim Nadelholz sind die seltenen Hölzer wie Lärche und Föhre begehrt. Bei der Fichte und Tanne finden vor allem die Spitzenqualitäten guten Absatz. Die Esche wird eher begrenzt laufen, da am Markt ein grösseres Überangebot besteht.

Kontakt

Tel:      071 375 60 90
Fax:     071 375 60 99
e-Mail: info@holzmarkt-ostschweiz.ch

 

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