Holzpolter 289-188Von Januar bis August 2016 wurden in Deutschland 245‘300 Wohneinheiten genehmigt. Der Preis für das Tiroler Leitsortiment Fichte Qualität B/C ist im Oktober wieder leicht gesunken. Schweizer Wirtschaft ist im zweiten Quartal deutlich stärker gewachsen als erwartet. Die Ostschweizer Richtpreisempfehlungen finden Akzeptanz am Markt. Angebot und Nachfrage sind ausgeglichen.

 

Internationale Holzmärkte
8.5 Mio. m3 Nadelschnittholz inklusive Hobelware exportierte Schweden von Januar bis August. Gegenüber der Vorjahrsperiode blieb die Menge damit praktisch unverändert. Die grösste Menge ging nach Grossbrittanien, 1.8 Mio. m3. Grosse Rückgänge gab es Richtung Levante inklusive Nordafrika. Um 18% sanken die Ausfuhren nach Ägypten.

Bereits im Mai erwarb die Sopremo-Gruppe, Strassburg, 100% der Anteile des Dämmstoffherstellers Pavatex. Zu Jahresbeginn 2017 trete Sopremo die Rechtsnachfolge an und die beiden Unternehmen verschmelzen vollends, heisst es seitens des französischen Unternehmens. Pavatex wird dabei innerhalb der Gruppe als eigenständige Marke weitergeführt.
 
Deutschland
Von Januar bis August 2016 wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 245 300 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 25,1 % oder rund 49 200 Baugenehmigungen für Wohnungen mehr als in den ersten acht Monaten 2015. Eine höhere Zahl an genehmigten Wohnungen hatte es in den ersten acht Monaten eines Jahres zuletzt im Jahr 2000 gegeben (246 300). Prozentual am stärksten stiegen die Baugenehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen mit + 137,3 % beziehungsweise + 9 600 Wohnungen. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem Flüchtlingsunterkünfte.

Der Landesbetrieb HessenForst wird im Januar 2017 erstmalig Industrie- und Brennholz submittieren, um die bisherige Vermarktung zu ergänzen. Der angedachte Umfang der Submission umfasst etwa 10 - 30 % der hessischen Industrieholzmenge. Die Versteigerung wird voraussichtlich zu vier verschiedenen Terminen stattfinden. Das Holz stammt aus allen Forstämtern und wird auch dort bereitgestellt - es gibt keine zentralen Plätze wie bei den klassischen Wertholzsubmissionen.

Österreich
Der Preis für das Leitsortiment Fichte Qualität B/C Stärkeklasse 2a-3b ist im Oktober wieder leicht gesunken -1.1%. Der Durchschnittspreis für ganz Tirol liegt somit bei 91.86 € pro fm (CHF 99.20.-). Die Standorte der österreichischen Sägeindustrie sind überwiegend gut mit Nadelsägerundholz bevorratet, wodurch es auch zu Engpässen bei der Zufuhr kommen kann. Aufgrund hoher Importmengen an Kalamitätsholz aus dem benachbarten Tschechien und Slowenien besteht in Österreich grössere Nachfrage nach frischem Fichtenrundholz.

Die Nachfrage nach Nadelindustrieholz ist verhalten, da die Standorte der Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie bestens versorgt sind. Die Zufuhr ist teilweise streng kontingentiert, wodurch es wieder verstärkt zum Aufbau von Waldlagern kommt. Der Absatz ist meist nur im Rahmen bestehender Verträge möglich, die Preise sind auf niedrigem Niveau stabil.

Gemäss vorläufigen Zahlen von Statistik Austria, haben sich Österreichs Nadelrundholzimporte stark verändert. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in den ersten 6 Monaten aus Tschechien 1.09 Mio. fm (+18%) importiert. An zweiter Stelle folgt Deutschland mit 689‘000 fm (-21%). Slowenien lieferte 515‘000 fm (+53%). Die Schweiz verlor aufgrund der Wechselkursproblematik weitere -14% und liegt aktuell Januar bis August 2016 bei 61‘000 fm.

Italien
Italienische Zeitungen wie "Corriere della Sera" und "La Stampa" berichten, dass zur raschen Unter-bringung der Bevölkerung, nach den verheerenden Erdbeben, noch vor dem Winter kleine Holzhäuser errichtet werden sollen. Bereits nach den Erdbeben in L'Aquila 2009 und in der Emilia Romagna 2012 wurden beim Wiederaufbau etliche Wohn- und Bildungsbauten in Holz realisiert. Ob die Regierung so schnell Geld für die notleidende Bevölkerung aufbringen kann ist offen.

Schweiz

BIP nur auf den ersten Blick stark
Die Schweizer Wirtschaft ist im zweiten Quartal gemäss der ersten vorläufigen Schätzung deutlich stärker gewachsen als erwartet, um +0.6% qoq. Da auch die drei Vorquartale nach oben revidiert wur-den, hat Raiffeisen ihre BIP-Jahresprognose für 2016 auf Basis der vorliegenden Zahlen von 0.9% auf 1.4% angepasst. Die Details der BIP-Rechnung zeigen jedoch fürs Q2 ein weitaus weniger dynamisches Bild: Der private Konsum hat stagniert und die Investitionen waren rückläufig, genauso wie die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe. Das Exportplus basierte vor allem auf dem Erfolg im Pharmasektor, während die Ausfuhren in der Uhrenbranche und der Elektroindustrie sowie auch im Maschinenbau rückläufig waren. Positive Impulse kamen vornehmlich von den staatsnahen Sektoren. Und ohne den starken Wachstumsbeitrag der undurchsichtigen Lagerkomponente wäre das Quartalswachstum im Frühling sogar leicht negativ gewesen.

SNB-Fokus bleibt auf Wechselkurs
RAIBA03-16Der deflationäre Effekt des Wechselkursschocks und der gesunkenen Rohstoffpreise läuft während dessen zunehmend aus. Nach einem Tief von -1.4% noch Ende letzten Jahres hat sich die Teuerungsrate zuletzt der Null-Marke angenähert. Und sie dürfte im Jahresdurchschnitt nächstes Jahr wieder moderat positiv ausfallen. Die Navigationsnadel der Nationalbank bleibt allerdings der Wechselkurs. Um den Zinsabstand zur Eurozone aufrechtzuerhalten und erneuten Aufwärtsdruck auf den Franken zu vermeiden, sollte sie angesichts der anhaltend expansiven Geldpolitik der EZB am Negativzins von -0.75% festhalten und bei Bedarf weiterhin selektiv am Devisenmarkt intervenieren.

US-Wahlen und Medien
Wie schon beim Brexit lagen wieder fast alle schief und entgegen allen Erwartungen haben die USA am 8. November einen Präsidenten gewählt, der monatelang als unmöglicher und chancenloser Kandidat gehandelt wurde. Seine Wahl ist eine Sensation. Sie sorgte weltweit für sehr viel Gesprächsstoff, wobei dieser Gesprächsstoff auf Grund grosser Inhaltsleere eigentlich fast nur emotional verarbeitet wurde. Wer weiss schon wirklich, was jetzt auf uns zukommt? Mit Trump werden sich die Märkte rascher abfinden als die meisten dachten. Was können wir daraus lernen? Unsicherheiten führen zu Unsicherheit und Angst.
Wir spekulieren mit drohenden Käferholzmengen, weit entfernten Rundholzlagern welche gar nicht bestehen oder tiefen Schnittholzpreisen welche gar nie geliefert wurden, nur um den Waldbesitzer zu verunsichern um tiefere Rundholzpreise zu rechtfertigen. Das ist nichts anderes als das was Trump macht. Wir sollten uns wieder auf Fakten und Tatsachen einstellen, einen auskömmlichen Rundholzpreis in den Fokus stellen und für diesen gemeinsam kämpfen damit alle in der Waldwirtschaft und Holzindustrie überleben können.

Ostschweiz
Der Bau, speziell der Holzbau läuft auch im November immer noch auf Hochtouren. Das Wetter  war im ganzen Oktober sehr gut, um die laufenden Baustellen zu beliefern. Die Sägewerke melden durchwegs eine gute bis sehr gute Auftragslage. Dieser Umstand führt dazu, dass das bereitgestellte Rundholz schnell abgeführt wird. Es gibt zurzeit nur wenige Rundholzlager im Wald. Die Rundholzversorgung darf als gut betrachtet werden, wobei speziell beim Schwachholz Trämel ein grosser Zufluss von ausserhalb der Ostschweiz stattfindet.
In den höheren Lagen wurden die Seilkranprojekte mehrheitlich ausgeführt und sind bereits vor Wintereinbruch abgeschlossen. Jetzt warten die Kleinwaldeigentümer auf ein optimales Zeitfenster, um ihre Holzmengen ohne grosse Schäden an Wald, Wiese und Strasse ausführen zu können. Aufgrund der eher tiefen Rundholzpreise, wird der Privatwald vermutlich eher zurückhaltend Holz bereitstellen. Bis zum Jahresende gehen wir für die Sägewerke von einer guten Holzversorgung aus. Positiv auf die Holznutzung haben sich die gemeinsamen Richtpreisempfehlungen zwischen den kantonalen Waldwirtschaftsverbänden und der Ostschweizer Holzindustrie ausgewirkt. Die letztjährigen grossen Preisunterschiede, je nach Sortiment, haben sich reduziert und liegen nun innerhalb der Empfehlungen. Dies zeigt, dass die Rundholzpreise von beiden Seiten, Holzlieferant und Holzkäufer akzeptiert werden.

Laubholz
Der Laubholzmarkt wird sich in Bezug auf Preise und Mengen wie in der letzten Saison abspielen. Frühe Lieferungen bis Dezember sind erwünscht. Die Eiche erfährt weitere Preissteigerungen. Die Nachfrage an guten Qualitäten kann kaum befriedigt werden. Die Esche ist allgemein gesucht, aber ein Überangebot in Folge der europaweiten Eschenwelke vorhanden. Holzarten wie Ahorn, Kirsche, Pappel etc. in C-Qualitäten sind nach wie vor schlecht absetzbar. Der Buchenmarkt ist weiterhin unbefriedigend. Die Hauptmengen gehen in den asiatischen Raum und benötigen spezielle Längen.

Industrieholz
Die Industrieholzwerke sind mehr als gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber im Rahmen der Verträge.  Beim einzigen Schleifholzwerk, der Perlen Papier, sind Schleifholzlieferungen nur bedingt möglich. Die Export Industrieholz-Sortimente laufen, aber auch hier sind die Mengen an Rahmenverträge gebunden. Zurzeit läuft die Nachfrage nach Brennholzsortimenten zufriedenstellend.

Insgesamt herrscht in ganz Mitteleuropa ein Überangebot an Industrie und Energieholz. Diese Situation ist auf drei Faktoren zurückzuführen, welche sich nun kumulieren. 1. Die Übermengen an  Energieholz vom letzten Winter sind immer noch nicht ganz abgebaut. Es waren einfach zu milde Winter und die Heizperiode um Wochen zu kurz. 2. Die Nachfrage nach Buchen und Eichen in mittlerer bis guter Qualität ist sehr hoch. Pollmeier hat seine Buchenlager bereits wieder voll. Eichen lösen in Frankreich Rekordpreise und die Nachfrage kann kaum gestillt werden. Hier fallen aber auch grosse Mengen an Industrieholzsortimenten an, die nun vermarktet werden müssen. Als 3. Punkt belasten die Restholzprodukte der Sägewerke den Markt zusätzlich, da die Produktionen oft zweischichtig gefahren werden und der D-Holz Absatz und schlechte Qualitäten kaum abzusetzen sind. Die Levantestaaten, insbesondere Ägypten, waren stets gute Abnehmer. Mit den tiefen Ölpreisen sinkt auch die Liquidität dieser Staaten, was zu Problemen führt. Viele Staaten würden Holz brauchen, können dies aber nicht mehr in nützlicher Frist finanzieren.

deringende empfehlung

Laubholz frühzeitig bereitstellen und Längen nach Angaben des Käufers aushalten.

Nadelholz nach Schwach- und Starkholz sauber trennen und gesondert verkaufen.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

Wertholzsubmissionen St. Gallen / Thurgau
Die Wertholzverkäufe im Kanton St.Gallen und Thurgau werden koordiniert und unter dem Dach der Holzmarkt Ostschweiz AG ausgeschrieben. Der gemeinsame Ausschreibungstermin und die Vergabe ermöglichen es den Käufern, innert kurzer Zeit grössere Mengen zu erwerben, was sich schlussendlich positiv auf den Holzpreis auswirkt. Für die Ostschweizer Waldbesitzer stehen fünf Plätze in Buchs, Henau, Kaltbrunn, Güttingen und Neuwilen zur Verfügung.
Die Stämme müssen bis Ende Januar bereitgestellt werden. Ihr Revierförster gibt Ihnen gerne Auskunft darüber und organisiert den Transport auf einen der Plätze.
 
Termine für die Plätze Henau, Buchs, Kaltbrunn, Güttingen und Neuwilen
Letzter Tag für die Holzanfuhr ist der                                             07. Februar 2017
Versand Offertlisten und Bereitstellung auf der Webseite       17. Februar 2017
Frist für Offerteingabe an die Verkaufsleitung                              06. März     2017

Qualitäten und Baumarten für die Wertholzverkäufe:
Guten Absatz finden die Baumarten Eiche und Ulme. Der Ahorn ist vor allem in den Furnierqualitäten gut verkäuflich. Auch Nussbäume, sowie sämtliche Obstbaumarten sind gesucht. Der Kirschbaum wird wenig nachgefragt. Beim Nadelholz sind die seltenen Hölzer wie Lärche und Föhre begehrt. Bei der Fichte und Tanne finden vor allem die Spitzenqualitäten guten Absatz. Die Esche wird eher begrenzt laufen, da am Markt ein grösseres Überangebot besteht.

Waldzertifizierung
Die Ostschweizer Waldeigentümer sind in der Waldzertifizierungsgruppe Ostschweiz WZGO zusammen geschlossen. Die diesjährigen externen Audits konnten im Oktober abgehalten werden. Es zeigen sich aufgrund der Verschärfungen seitens FSC und der gemachten Zugeständnisse bei den neuen FSC Standards immer mehr Schwierigkeiten bei der Umsetzung im Kleinprivatwald. In der laufenden Zerti-fikatsdauer bis Oktober 2018 wird dies noch nicht ausschlaggebend sein. Eine mögliche Folgezertifizierung ab 2018 müsste aber anhand der neuen Standards erfolgen. Diese enthalten viele Punkte, welche weit über die gesetzliche Grundlage hinausgehen und vom Forstdienst nicht mehr geprüft oder durchgesetzt werden können da die gesetzliche Grundlage dafür fehlt. Das Gruppenmanagement der WZGO hält an der laufenden Periode der FSC Zertifizierung bis Oktober 2018 fest. Ob sich eine weitere Zertifikatsdauer realisieren lässt, hängt stark von den neuen FSC Standards ab. Auch ein möglicher Ausstieg wird geprüft.

Kontakt

Tel:      071 375 60 90
Fax:     071 375 60 99
e-Mail: info@holzmarkt-ostschweiz.ch

 

kontakt